Warum dieser Podcast?

Kämpferisch in die Gänge

Ich hatte im Jahre 2004, ich war damals 39 Jahre alt, einen Schlaganfall. Das war ein Monat nachdem mein dritter Bube auf die Welt gekommen war.

Ich hatte damals in meiner Unternehmen, als Rechnungswesen Chef, sehr viel zu tun. Der Schlaganfall war auch bei einem Fest einer Firma, die unser Unternehmen sehr wichtig war.

Ich wäre 2 Wochen nach dem Schlaganfall der Vorstand dieses Unternehmens geworden.

Der Arzt des Krankenhauses, wo ich am Anfang hingebracht wurde hat meiner Frau gesagt, dass ich es möglicherweis nicht schaffe. Nach drei Tagen haben sie dann gesagt, das ich überleben kann, aber ein Pflegefall werde.

Das aus heutiger Sicht größte Problem war jedoch das Reden. Nachdem eine Hälfte meines Gehirns einblutete, musste ich de facto wieder Reden lernen. Die ersten Wochen waren bei den Logotrainern reden, dass ich zum Beispiel den Buchstaben A einen Stunde lernen musste. Auf der andere Seite wusste ich alles, Gott Dank, alles von vorher.

Auf jeden Fall war ich ein Jahr im Rollstuhl, und bin eigentlich jedes Jahr immer besser geworden. Seit 4 Jahren kann ich wieder laufen.
Letztes Jahr habe ich einen Halbmarathon gemacht, und bin mit dem Rad auf den Großglockner gefahren.

Ich habe zwar schon lange vor, über mein Schicksal ein Buch zu schreiben, hab aber das Problem, dass ich nicht mehr lesen kann, und mit Spracherkennungssoftware man zwar etwas schreiben kann, aber das was da rauskommt ist nicht die Art des Schreibens, wie ich es vor dem Schlaganfall hatte. Damit habe ich schon ein bisschen im Problem. Auf jeden Fall habe ich schon oft probiert, aber es ist nichts brauchbares herausgekommen.

Ein Podcast eine gute Möglichkeit, darüber zu schreiben.

Was bei mir wohl das wichtigste war ist ein positives Gefühl, dass natürlich auch durch meine drei Kinder genährt wurde.

Andererseits ist es aber so, dass – zumindest bei mir – die früheren Erfahrungen sehr wichtig waren für das, was ich bisher wieder geschafft habe.

So war vor meinem Schlaganfall eine wichtige Freizeitbeschäftigung das Filmen. So habe ich einen Hobby Film („Marchfeld Saga“) gemacht, der in Deutsch Wagram 14 Mal im Kino gezeigt wurde. Letztendlich hat mir diese Sache geholfen, dass ich nicht mehr wie früher bei Unternehmen meine Ideen einbringe – probiert habe ich, geht aber nicht mehr so leicht möglich.

Vor meinem Schlaganfall war ich nie ein Sportler, aber wenn ich ein mal etwas machte konnte ich das sehr sehr lang machen. So konnte ich in Bolivien einen Berg mit 6100 m erklommen. Nach dem Gehirnschlag, vor vier Jahren bin ich dann in Gesäuse auf einen Berg. Hier war vor allem das hinunter gehen ziemlich schwer.

Nun versuche ich durch viel laufen die Möglichkeit eines weiteren Schlaganfall zu vermindern. Ich möchte damit aufzeigen, dass das, was vor dem Schlaganfall war, genauso wichtig ist, wie das was nach dem Schlaganfall geschah. Es bedingt sich also gegenseitig.

Vor allem die Therapeuten die ich bis heute habe, Physiologie, Logo und Ergo, haben mich schon oft gefragt, ob ich nicht ein Buch schreiben könnte. Mein Neurologe hat mich vor einem halben Jahr auch gefragt, ob ich nicht mit ihm ein Buch schreiben würde, wo ich so quasi über meine Erfahrungen schreiben und eher das medizinische dazu darstellt